Die Geschichte des Tango Argentino
Tango Argentino ist gleichzeitig eine Musikform, ein Lied und auch ein Tanz. Er entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Vorstadtvierteln von Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, und fand auch in Uruguay, Montevideo, Verbreitung.
Die Musikform ist eine bunte Mischung aus europäischen, vor allem italienischen und spanischen (Tango andaluz), aus kubanischen (Habanera), aber auch aus einheimischen Einflüssen (Candombe, Milonga). Die fremden Elemente wurden von der Vielzahl der Einwanderer, die im fernen Argentinien ihr Glück suchten um dem sozialen Elend in Europa zu entgehen, nach Argentinien gebracht und verschmolzen dort mit den vorhandenen Stilrichtungen zu einer neuen Form, dem Tango.
In der Frühzeit des Tangos prägten Trios und Quartette, bestehend aus Geige, Bandoneon, Gitarre und Querflöte das Klangbild. Später entstand die „Orquesta Típica“ in der Mindestgröße eines Sextetts, mit Bandoneon, Geige, Kontrabass, Klavier und auch Sängerinnen und Sängern.
„Guardia Vieja“ – Die Alte Garde
Am Anfang, zu Zeiten der „Guardia Vieja“ (Alte Garde), waren die Musikstücke meist improvisiert. Tango wurde in den Elendsvierteln der Arbeitervororte getanzt, die um die Jahrhundertwende um Buenos Aires entstanden, denn für so viele Immigranten gab es auch in Argentinien nicht genug Arbeit. Armut und soziale Verelendung machten sich breit; man tanzte Tango, um der Trauer und Wut über die gescheiterte Existenz Luft zu machen („Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“) und um die Nähe von Frauen zu suchen. In dieser Epoche wurde der Tango oft in Bordellen getanzt, und den Töchtern „aus gutem Hause“ wurde verboten, diesen Tanz zu lernen.
„Guardia Nueva“ – Die Neue Garde
Um 1920 herum entstand die „Guardia Nueva“ (Neue Garde). Der Tango wurde erstmals in Europa, vor allem in Frankreich, vorgestellt. Ein besonderes Verdienst kommt hier – um nur einige aus der Vielzahl zu nennen – den Orchestern von Francisco Canaro und dem wohl berühmtesten Tangosänger Carlos Gardel zu, der 1935, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und heute noch glühend verehrt wird.
Der Tango erreichte seine goldene Ära: die Musikstücke wurden nicht mehr improvisiert, sondern von namenhaften Komponisten und Textern geschrieben; der Tanz entwickelte sich zu einer eigenen Kunstform. Es entstanden „Academías de Tango“, Übungseinrichtungen für Männer und später auch für Frauen. Der Tango verließ die Vorstädte und eroberte zuerst die gehobenen Schichten Argentiniens, dann den südamerikanischen Kontinent und schließlich auf Europa.
„Tercera Guardia“ – Die Dritte Garde
Nach 1948 verebbte die Blütezeit; es entstand die „Tercera Guardia“ (Dritte Garde), die den Tango vor allem als Musikform weiter entwickelte und auch durch neue Fremdeinflüsse, beispielsweise aus dem Jazz, veränderte. Der bekannteste Vertreter dieser Stilrichtung – zumindest in Europa – ist der vor einigen Jahren verstorbene Astor Piazzolla.
In Argentinien überlebte der Tango in den Hinterzimmern der Kneipe, wo ihn einige wenige „Milongueros“ (Tangotänzer) weiter tanzten. Erst in den sechziger und siebziger Jahren erlebt er ein Revival durch die Erfindung des Bühnentango, der aus einstudierten Choreographien besteht. Die „Tango-Argentino“-Show, die zu Anfang der 80er Jahre nach Europa, auch nach Deutschland, kommt, verhilft dem Argentinischen Tango zu neuer Beliebtheit, ob wohl er sich da von seiner Ursprungsform schon sehr entfernt hat. Denn hierbei geht es nicht um einstudierte Abfolgen von Figuren, sondern um Improvisation, um Führen und Geführtwerden. Es besteht zwar eine traditionelle Geschlechterrolle im getanzten Tango: der man führt – die Frau folgt – es gibt aber auch Stellen, an denen die Frauen bestimmen, wie es weitergeht.
Es geht darum, eine Musik, ein Lied, zusammen zu erleben und durch den Tanz auszudrücken. Es gibt keine Punktrichter, keine Preise und Pokale zu gewinnen. Das gemeinsame Erleben eines Momentes, der Musik und der Reiz der Improvisation stehen im Vordergrund.
Autor: Eva Pérez – eva@juantango.de
Die Musikform ist eine bunte Mischung aus europäischen, vor allem italienischen und spanischen (Tango andaluz), aus kubanischen (Habanera), aber auch aus einheimischen Einflüssen (Candombe, Milonga). Die fremden Elemente wurden von der Vielzahl der Einwanderer, die im fernen Argentinien ihr Glück suchten um dem sozialen Elend in Europa zu entgehen, nach Argentinien gebracht und verschmolzen dort mit den vorhandenen Stilrichtungen zu einer neuen Form, dem Tango.
In der Frühzeit des Tangos prägten Trios und Quartette, bestehend aus Geige, Bandoneon, Gitarre und Querflöte das Klangbild. Später entstand die „Orquesta Típica“ in der Mindestgröße eines Sextetts, mit Bandoneon, Geige, Kontrabass, Klavier und auch Sängerinnen und Sängern.
„Guardia Vieja“ – Die Alte Garde
Am Anfang, zu Zeiten der „Guardia Vieja“ (Alte Garde), waren die Musikstücke meist improvisiert. Tango wurde in den Elendsvierteln der Arbeitervororte getanzt, die um die Jahrhundertwende um Buenos Aires entstanden, denn für so viele Immigranten gab es auch in Argentinien nicht genug Arbeit. Armut und soziale Verelendung machten sich breit; man tanzte Tango, um der Trauer und Wut über die gescheiterte Existenz Luft zu machen („Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“) und um die Nähe von Frauen zu suchen. In dieser Epoche wurde der Tango oft in Bordellen getanzt, und den Töchtern „aus gutem Hause“ wurde verboten, diesen Tanz zu lernen.
„Guardia Nueva“ – Die Neue Garde
Um 1920 herum entstand die „Guardia Nueva“ (Neue Garde). Der Tango wurde erstmals in Europa, vor allem in Frankreich, vorgestellt. Ein besonderes Verdienst kommt hier – um nur einige aus der Vielzahl zu nennen – den Orchestern von Francisco Canaro und dem wohl berühmtesten Tangosänger Carlos Gardel zu, der 1935, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und heute noch glühend verehrt wird.
Der Tango erreichte seine goldene Ära: die Musikstücke wurden nicht mehr improvisiert, sondern von namenhaften Komponisten und Textern geschrieben; der Tanz entwickelte sich zu einer eigenen Kunstform. Es entstanden „Academías de Tango“, Übungseinrichtungen für Männer und später auch für Frauen. Der Tango verließ die Vorstädte und eroberte zuerst die gehobenen Schichten Argentiniens, dann den südamerikanischen Kontinent und schließlich auf Europa.
„Tercera Guardia“ – Die Dritte Garde
Nach 1948 verebbte die Blütezeit; es entstand die „Tercera Guardia“ (Dritte Garde), die den Tango vor allem als Musikform weiter entwickelte und auch durch neue Fremdeinflüsse, beispielsweise aus dem Jazz, veränderte. Der bekannteste Vertreter dieser Stilrichtung – zumindest in Europa – ist der vor einigen Jahren verstorbene Astor Piazzolla.
In Argentinien überlebte der Tango in den Hinterzimmern der Kneipe, wo ihn einige wenige „Milongueros“ (Tangotänzer) weiter tanzten. Erst in den sechziger und siebziger Jahren erlebt er ein Revival durch die Erfindung des Bühnentango, der aus einstudierten Choreographien besteht. Die „Tango-Argentino“-Show, die zu Anfang der 80er Jahre nach Europa, auch nach Deutschland, kommt, verhilft dem Argentinischen Tango zu neuer Beliebtheit, ob wohl er sich da von seiner Ursprungsform schon sehr entfernt hat. Denn hierbei geht es nicht um einstudierte Abfolgen von Figuren, sondern um Improvisation, um Führen und Geführtwerden. Es besteht zwar eine traditionelle Geschlechterrolle im getanzten Tango: der man führt – die Frau folgt – es gibt aber auch Stellen, an denen die Frauen bestimmen, wie es weitergeht.
Es geht darum, eine Musik, ein Lied, zusammen zu erleben und durch den Tanz auszudrücken. Es gibt keine Punktrichter, keine Preise und Pokale zu gewinnen. Das gemeinsame Erleben eines Momentes, der Musik und der Reiz der Improvisation stehen im Vordergrund.
Autor: Eva Pérez – eva@juantango.de



